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SOPHIE

Lexikon der Philosophinnen

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Mary Wollstonecraft

Lebte:

27.04.1759 - 10.09.1797

Nationalität:

englisch

Fachgebiet:

Aufklärung / Frauenrechtlerin

Mary Wollstonecraft 4

 

Mary Wollstonecraft stammte aus einer verarmten, achtköpfigen Familie mit einem jähzornigen Vater und einer unterwürfigen Mutter. Doch: "Die Schläge ihres Vaters stimmten sie keineswegs demütig, sondern empörten sie vielmehr. Bei solchen Gelegenheiten fühlte sie ihre Überlegenheit und neigte dazu, ihre Verachtung auch zu zeigen", schrieb ihr zweiter Partner, der große Humanist und Frauenrechtler, William Godwin, kurz nach Mary Wollstonecraft Tod, in seinen 1798 veröffentlichten Erinnerungen an seine Frau. Des weiteren verlegte Godwin ihren bis dahin unveröffentlichten und unvollendeten Roman,

 

„Maria: oder das Unrecht der Frau“.

 

Ihre umfangreiche Bildung erlangte sie autodidaktisch und in Gesprächen mit literarisch und politisch gebildeten Persönlichkeiten. Durch ausgedehnte Reisen erweiterte sie ihre Weltkenntnis. Aus finanziellen Gründen begann sie, sich publizistisch zu betätigen.

Ihrer ersten Tochter, mit dem Sklavenrechtler Gilbert Imlay, hatte Wollstonecraft den Namen "Fanny" gegeben. So hieß auch ihre Seelenverwandte, die sie mit 16 Jahren zwischen mehreren Familienumzügen kennengelernt hatte. Fanny Blood war zwei Jahre älter als Mary und "eine junge Frau von ungewöhnlichen Vorzügen", schreibt Godwin. "Sie sang und musizierte mit Geschmack." Fanny unterrichtete Mary im professionellen Schreiben und 1784 gründeten die beiden Frauen eine Schule. Doch ein Jahr später ging Blood nach Lissabon, um zu heiraten. Wollstonecraft konnte die Schule finanziell nicht halten und arbeitete zunächst als Erzieherin. Sie veröffentlichte 1785 erfolgreich unter ihrem vollen Namen ein erstes Pamphlet

 

"Gedanken über die Erziehung einer Tochter"

 

und beschloss, von nun an als Schriftstellerin ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Es folgten, ermuntert durch ihren Verleger, weitere Schriften und auch Übersetzungen aus der dänischen, französischen, deutschen und italienischen Sprache.  Die Veröffentlichung von Burkes "Betrachtungen über die Französische Revolution", 1790, forderte bei ihr eine unverzügliche Antwort heraus. Sie verfasste die

 

„Antwort auf Burkes Betrachtungen über die Französische Revolution"

 

und erregte damit großes Aufsehen in ganz Europa.

 

Ein bisschen Gouvernante ist Mary Wollstonecraft auch in ihrem bekanntesten Werk,

 

"A Vindication of the Rights of Women" 

(Verteidigung der Frauenrechte), geblieben.

 

"Lehrt sie zu denken!"

 

lautete ihre Maxime – womit sie aber nicht nur Frauen meinte. Denn auch Männern und potenziellen Vätern sollte klar werden, dass nur eine Frau mit einer eigenen Persönlichkeit eine interessante Gesprächspartnerin und souveräne Mutter sein kann.

Neben der Anregung zu selbstständigem Denken zählte aber auch die gleiche Bildung von Jungen und Mädchen zu ihren grundlegenden Erziehungsmaßstäben. SiDurch die politischen Umstände dieser Zeit waren ihr wohl Olympe de Gouges, Théroigne de Méricourt und Etta Palm d'Aelders u.a. bekannt, sie hatte aber mit ihnen nichts zu tun. Allerdings wurde sie durch die britische Frauenrechtlerin und Historikern Catherine Macaulay beeinflusst. Mit den Ansichten des Franzosen Jean Jacques Rousseau über Frauen legte die Engländerin sich offensiv an. Der war ja der Auffassung, "die Frau" sei ein Naturwesen und ihre wichtigste Aufgabe sei es, "dem Mann" zu gefallen und Mutter zu werden. Wollstonecraft setzte dem entgegen:

 

"Von Kindesbeinen an gelehrt, dass die Schönheit das Zepter einer Frau ist, formt sich der Geist dem Körper entsprechend, bewegt sich in seinem goldenen Käfig und will nur sein Gefängnis schmücken."

 

"Wie sehr beleidigen uns diejenigen, die uns dazu anleiten, dass wir uns selbst zu sanften Haustieren machen!"

 

konstatierte Mary Wollstonecraft (1759–1797) schon anno 1792. Und die zweifache Mutter warnte:

 

"Aber die geschlechtsspezifische Schwäche, die die Frauen wegen ihres Unterhaltes vom Mann abhängig macht, erzeugt eine Art katzenhafter Zuneigung, die eine Frau dazu bringt, um ihren Ehemann herumzuschnurren, wie sie es bei jedem anderen Mann täte, der sie füttert und streichelt. Männer sind jedoch zufrieden mit dieser Art der Zuneigung, die sich in tierischer Weise auf sie beschränkt."e kritisierte:

 

Wenige Tage nach der Geburt ihrer zweiten Tochter Mary Shelley am 30. August 1797 (der späteren Autorin des Gruselklassikers "Frankenstein") starb Mary Wollstonecraft am Kindbettfieber.

 

Mit ihrer "Verteidigung der Frauenrechte", ein Klassiker des feministischen Denkens, und ein Muss für jeden, der die Geschichte des Feminismus verstehen will, beeinflusste Wollstonecraft entscheidend die Frauenbewegung in England und den USA. "Wer sich ein bisschen damit beschäftigt hat, wird schnell die Ähnlichkeiten bei Elizabeth Stanton, Lucretia Mott oder Margaret Fuller erkennen", so die Herausgeberin der neuen Auflage, Ursula Meyer. Doch ahnte Mary Wollstonecraft offenbar schon vor über 200 Jahren, dass es noch lange dauern könnte:

Jessica Liese in EMMA 3/2009

Brigitte Nguyen-Duong in Women in History

 

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"Das Kind, besonders das Mädchen, wird keinen Moment seiner eigenen Führung überlassen, und wird so abhängig – diese Abhängigkeit nennt man dann natürlich."

„Die eheliche Tyrannei des Herzens und Benehmens ist für mich ein an den Frauen begangenes Unrecht, das die Seele demütigt.“

 

"Wer kann sagen, wie viele Generationen nötig sein werden, der Tugend und den Talenten einer befreiten Nachkommenschaft von elenden Sklavinnen Kraft zu verleihen?"

 

"Lehrt sie zu denken!"

 

 

Werk und Philosophie der Mary Wollstonecraft

von Sylvana Tomaselli:

Stanford Encyclopedia of Pilosophy

 

Klassizismus-Ornamente 51

 

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